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	<title>Schwarzer Mond</title>
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		<title>Vintage Dita (Peter W. Czernich)</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 14:41:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildbände]]></category>

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		<description><![CDATA[Déjà-vus sind etwas Feines: es klingelt, meist weit hinten im Oberstübchen, und je älter der Kasten ist, umso mehr Staub muss weggepustet werden, bis aus dem »Kenn-ich-das-nicht?« ein »Aha!« wird. Mir erging es gleich so, als ich den frisch nachgedruckten Fotoband »Vintage Dita« des Fotografen Peter W. Czernich in die Hände bekam. Hab ich Dita [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Vintage-Dita.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-42" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="Vintage Dita" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Vintage-Dita.jpg" alt="" width="123" height="158" /></a>Déjà-vus sind etwas Feines: es klingelt, meist weit hinten im Oberstübchen, und je älter der Kasten ist, umso mehr Staub muss weggepustet werden, bis aus dem »Kenn-ich-das-nicht?« ein »Aha!« wird.</p>
<p>Mir erging es gleich so, als ich den frisch nachgedruckten Fotoband »Vintage Dita« des Fotografen Peter W. Czernich in die Hände bekam. Hab ich Dita nicht &#8230; na, kommt einem ja so vor &#8230; gestern noch gesehen in dieser wohlig räkelnden Pose, eingesunken in purpurblaue Seide und mit einem Rot auf den Lippen, dass der Herzschlag bis zu den Ohren bubbert?</p>
<p>Es war nicht gestern, aber vor kurzem, als mir die recht neue CD von »Atrocity« unters Auge kam. Ja, wegen der Musik (die, nebenher eingeworfen, »nett« im Sinne von »gut« ist, »Werk 80II« peppt 80er-Jahre Songs wie »Relax« oder »Such A Shame« auf), nicht wegen Dita, die mit Korsett dürftig verhüllt die CD-Hülle zum Schmelzen bringt.</p>
<p><span id="more-75"></span>Was ich andeuten will: Dita von Teese hat es innerhalb eines für sie im wahrsten Sinne guten Jahrzehnts in einem Metier zu etwas gebracht, das zum einen von seinem Schmuddelimage zehrte, zum anderen auch deswegen nicht nur ein Schattendasein lebte, sondern gleich dem feuchten Grab nahe war. Burlesque verbindet sich seither mit dem Namen Dita.</p>
<p>Ich fange gar nicht erst an, zwischen Burlesque, New Burlesque und Striptease hin- und herzuwippen oder gar etwas definieren zu wollen. Damit blähte ich den Artikel auf, was für den Leser wenig erbaulich wäre. Stattdessen werfe ich ein Schmankerl ein, das mit Blick auf den anstehenden »Eurovision Song Contest 2009«, zu dem Dita ihren Teil beitragen wird, &#8230; hübsch ist. Herr Ralph Siegel (63; so alt schien er mir aber schon vor 20 Jahren) meinte gegenüber der BILD-Zeitung: »Der Weg von ,Ein bisschen Frieden’ bis zu ein bißchen Striptease war ein langer Weg nach unten.« Auch wenn ich nicht genau weiß, wo genau »unten« bei ihm ist, wenn es um Striptease geht: Wie man sieht, kommt es immer auf die Perspektive an. Und die hat sich verschoben (ich will jetzt nicht behaupten, von oben nach unten, aber es ist vieles anders, verglichen mit den Zeiten, als ein bisschen Frieden für die Welt genügte).</p>
<p>In Zeiten, in denen eine New Burlesque-Tänzerin im öffentlich-rechtlichen Unterhaltungsprogramm ihren Platz bekommt, muss man sich also auch gar nicht mehr so sehr schämen, Büchern wie »Vintage Dita« mehr als einen verstohlenen Blick zu gönnen. Was nichts anderes heißt als: aufschlagen, blättern, angucken &#8230; Das versüßt uns der Band mit 128 Seiten im Großformat, auf denen sich mehr als 150 Fotos in allen Farben ausbreiten. Dass die Aufnahmen nicht ganz taufrisch sind, sondern aus den Jahren 1996 bis 2004 stammen, dazu ausnahmslos von Peter W. Czernich geschossen wurden, ist sicher als Randnotiz wichtig. Wer den Namen »Czernich« liest, wird gleich die Verbindung zu »Fetisch« ziehen – nicht zu Unrecht erwartet der Beschauer also Bilder, die speziell bei Dita von Teese Latex, Lack, High Heels und Korsetts in den Blickpunkt rücken. (Wenn wir schon bei Zahlen sind: Der Klappentext verrät uns nonchalant, dass Dita mehr als 100 maßgeschneiderte Korsetts ihr eigen nennt).</p>
<p>Die Auswahl der Fotos fasziniert durch ihre Bandbreite, was natürlich ganz besonders in der Wandlungsfähigkeit des Objekts begründet ist. Objekt sein deshalb, weil Dita in Beispielen, in denen sie vollständig in Gummi gehüllt ihre Verletzlichkeit zeigt, die aber dann gepaart ist mit einem alles umspannenden Schutz, einer Hülle aus Latex. In solchen Momenten wandelt sich die Person zum Objekt. Als Kontrast dazu liegt auf dem Foto der gegenüberliegenden Seite in ähnlicher Pose eine Dita, deren Gesicht offen vor dem Betrachter liegt – und somit schutzlos der Welt gegenüber. Die Diskrepanz wird vorbildlich herausgearbeitet.</p>
<p>Ein anderes Bild (und eines der wenigen, bei denen Dita eine zweite Person an ihrer Seite hat) zeigt sie als Unterworfene, die vor ihrer Herrin steht. Die steckt in einem hautengen, schwarzen Latexkostüm, das von ihr einzig das bleiche Gesicht übrig lässt. Dita dagegen ist kaum verhüllt, nackt bis auf Korsett, Handschuhe und Strümpfe. Und doch strahlt nicht die Herrin Stärke aus und Kraft, sondern Dita, die Sklavin, deren Körper ebenso klar gezeichnet ist wie die bei aller Demut selbstsichere Mimik.</p>
<p>Die Mehrzahl der Fotos sättigt das Auge mit kräftigen Farbtönen. Eine der wenigen Abbildungen, die ihren Ausdruck in Grautönen sucht, halt von Teese als Geisha fest, in Latex gewandet, wobei ein tiefes Schwarz die Oberhand hat. Davon sticht das Oberteil mit einem kleinen Ausschnitt ab, und genau dieser Ausschnitt, der wie gemacht wie den kleinen oder großen Voyeur in uns ist, bildet sich wiederum ab im aufgeklappten Fächer, den sie, das Gesicht halb verbergend, um damit den Blick noch mehr auf die Augen zu binden, in ihrer schwarz umhüllten rechten Hand hält. Ein komponiertes Bild, aber so in Szene gesetzt, dass jedes Detail stimmt.</p>
<p>Etliche der Abbildungen treffen das Attribut »Vintage« sehr gut – wenn sie eine Pose wie Marilyn Monroe im leichten Sommerkleid einnimmt oder eine winzige Auswahl ihrer Korsetts vorführt. Auch dann beeindrucken die gemachten Aufnahmen besonders, wenn sie nicht alleine stehen, sondern in einer kleinen Serie, die unterschiedliche Posen und somit unterschiedliche Ausdrucksformen zur Geltung bringen. Das Gros der Fotografien aber bedient die angesprochenen Fetische und vermittelt uns weniger davon, was Dita von Teese mit Burlesque verbindet.</p>
<p>»Vintage Dita« ist zwar mit seinen 128 Seiten kein richtig praller Band, doch eingedenk der Flachheit in der Unterhaltungsbranche (Film, Funk und Fernsehen) so erhaben über vieles, dass es in den Fingern juckt. Aber: Nicht kratzen, sondern kaufen.</p>
<ul>
<li>Vintage Dita</li>
<li>Peter W. Czernich</li>
<li>Edition Skylight</li>
<li>ISBN: 978-3-03766-590-9</li>
</ul>
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		<title>Showing You the ropes (Two Knotty Boys)</title>
		<link>http://schwarzermond.eu/?p=104</link>
		<comments>http://schwarzermond.eu/?p=104#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 14:40:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>

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		<description><![CDATA[84 Seiten im nicht nur griffigen, sondern übersichtlichen Großformat, gespickt mit mehr als 750 Einzelfotografi en – die Knotty Boys geben sich alle Mühe, ihre praktischen Anleitungen anschaulich aufzublättern. Doch Mühe allein genügt oft nicht, weshalb ein genauerer Blick auf den Inhalt nötig ist, bevor voreilig bewertet wird. Die beiden Fesseljungs positionieren ihr Handbuch als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/showingyoutheropes11.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-39" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="showingyoutheropes1" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/showingyoutheropes11.jpg" alt="" width="114" height="150" /></a>84 Seiten im nicht nur griffigen, sondern übersichtlichen Großformat, gespickt mit mehr als 750 Einzelfotografi en – die Knotty Boys geben sich alle Mühe, ihre praktischen Anleitungen anschaulich aufzublättern. Doch Mühe allein genügt oft nicht, weshalb ein genauerer Blick auf den Inhalt nötig ist, bevor voreilig bewertet wird.</p>
<p>Die beiden Fesseljungs positionieren ihr Handbuch als „Schritt-für-Schritt-Anleitung“, das zudem bei Anfängern und Einsteigern seine Stärken ausspielen soll. Genau dafür spricht auch der Aufbau des Bandes , setzen die beiden doch vor dem Knoten die Sicherheit. Deshalb stolpern wir – und das natürlich sehr zu recht – zuerst in das Kapitel mit den Sicherheitshinweisen. Die Ratschläge sind recht knapp gehalten, richten das Augenmerk aber auf die wichtigen Aspekte, indem sie Dos und ganz besonders Don‘ts auflistet.</p>
<p><span id="more-104"></span>Trotzdem sollten sich neue Knotenjünger noch weise Tipps aus anderen Quellen besorgen, denn nichts ist im schlechten Sinne nachdrücklicher, als eine wegen mangelnder Kenntnisse schief gelaufene Session oder, noch schlimmer, ein Bondage, das mit nicht gewünschten Schmerzen endet.</p>
<p>Da passt es auch gut, dass die Knotty Boys ihr Handwerk von der Pike auf erklären. In rascher Folge werden die möglichen Seile mit ihren Vorzügen und Nachteilen dargelegt: Nylon, Jute/Hanf und Baumwolle. Auch hier geht es ausführlicher, und auch das Wissen sollte man andernorts noch ergänzen und erweitern, zudem es durchaus differenzierte Ansichten zu den Seilarten gibt.</p>
<p>Damit sind die Vorwegdetails vom Tisch, und endlich wird geknotet. Die kurzen erläuternden Texte gehen dabei zügig in Fotos über, die jedes so untertitelt sind, dass jeder Handgriff akribisch genau nachvollzogen werden kann. Das ist dann dermaßen ausführlich, dass für jeden noch so einfachen Knoten bis zu 10 Abbildungen parat stehen: genug, um sich Schleife für Schleife voranzuarbeiten, bis der Knoten sitzt. Allen Anleitungen sind Maßgaben über Seillängen und empfohlenem Durchmesser beigeordnet.</p>
<p>Sobald die Griffe sitzen, geht’s es endlich ans Eingemachte. Vier Kapitel mit jeweils bis zu sieben Fesselungen runden das Handbuch nicht nur ab, sondern sind zugleich der Höhepunkt. Basic Bondage, Decorative Bondage, Dominance Bondage und Sex Bondage führen weit über wirres Winden hinaus in Bereiche, die schon einiges an Geschick und Gelassenheit erfordern. Und das mit einem Ergebnis rechtfertigen, das je nach Vorliebe verzierend, einschnürend oder einfach „nur“ erotisch ist. Sehr geschickt machen es die beiden Jungs, indem sie einige der Knoten miteinander kombinieren, andere Techniken in Verbindung zueinander bringen und regelrechte Kunstwerke entstehen lassen. Die „Dragonfly Sleeve“ beansprucht deshalb auch 56 Fotos, bis die Arme ästhetisch eingewickelt und wieder „entwickelt“ sind. Neben kompletten Fesselarbeiten präsentieren die Zwei dann noch einige kleinere Arbeiten für den „Quick Bit Gag“ oder „Bridle“, die ohne großen Aufwand schnell ihren Reiz entfalten.</p>
<p>Muss ich „Showing You the Ropes“ noch großartig anpreisen – nein. Der Preis spricht zudem für sich. Als Handbuch für den Einstieg in Bondage leisten die Knotty Boys ganze Arbeit, noch dazu fasziniert die Vielfalt an Fesselvorschlägen, die fürs erste mehr als eine Handvoll vergnüglicher Abende garantieren. Das ist ein praktisches Handbuch im allerbesten Sinne.</p>
<ul>
<li>Showing You the Ropes</li>
<li>Two Knotty Boys</li>
<li>Green Candy Press</li>
<li>ISBN: 978-1-93116-049-0</li>
</ul>
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		<title>Fetish Dreams (Herausgeber: Martin Sigrist)</title>
		<link>http://schwarzermond.eu/?p=113</link>
		<comments>http://schwarzermond.eu/?p=113#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 14:38:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildbände]]></category>

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		<description><![CDATA[Beginnen wollte ich ursprünglich mit der Frage „Was ist ein Fetisch?“ In diesen unseren modernen Zeiten google auch ich mir die Finger wund – und das im fast im wahrsten Sinne. Die Wikipedia bemühe ich ungern, weil ich gerne Texte namentlich zuordnen will; ich bin altmodisch und mag es zu wissen, wer mir da eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Fetish-dreams.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-34" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="Fetish dreams" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Fetish-dreams.jpg" alt="" width="123" height="170" /></a>Beginnen wollte ich ursprünglich mit der  Frage „Was ist ein Fetisch?“ In diesen unseren modernen Zeiten google  auch ich mir die Finger wund – und das im fast im wahrsten Sinne. Die  Wikipedia bemühe ich ungern, weil ich gerne Texte namentlich zuordnen  will; ich bin altmodisch und mag es zu wissen, wer mir da eine  Information mit immer subjektivem Akzent zuschieben will. Aber, ach,  über die Wiki hinaus lande ich auch nirgendwo besser. Ein Link lockte  mich zu <a href="http://www.ratgeber-der-sexualitaet.com/fetisch/was-ist-ein-fetisch.php" target="_blank">„Ratgeber der Sexualität“,</a> der mir weismacht, dass es allerhand Fetische gibt. So wie „Alte Leute  (Omasex)“, „Behaart“, „Milchsex“ oder „Gangbang“. Huch, das ist auch ein  Fetisch. Ja, genau wie „Gothic“ &#8211; heiliger Bimbam, wer hätte das  vermutet – und ist das den Szenegängern auch bewusst, dass sie einem  Fetisch anhängen, der in einem Atemzug mit „Tampons ex“ genannt wird.</p>
<p><span id="more-113"></span>Die <a href="http://www.sklavenzentrale.com/" target="_blank">&#8220;Sklavenzentrale&#8221;</a> treibt es auf die Spitze. Fürs Profil stellten sie eine Auswahl von  mehr als 100 Fetischen zur Verfügung, mit denen wirklich jeder die  passende Schublade finden kann. Ich halte der SZ zugute, dass sie es  nicht zuletzt wegen der anhaltenden Diskussionen in ihrem Forum mit mehr  als einem Augenzwinkern gemacht hat. Und das ist auch gut so. Denn  mittlerweile ist es chic, sich einen, oder besser: seinen Fetisch ans  Revers zu heften (mit Krokodilsklemme, versteht sich), damit man nur ja  nicht zum Mainstream zählt.</p>
<p>Was ich sagen will: Fetisch ist – ach, wisst ihr was: ist mir egal.  Jeder definiert seinen Fetisch so, wie er es für richtig hält,  unabhängig von Psychologen oder Medizinern (die mit guten Ratschlägen,  wie man davon loskommen kann, meinetwegen hinterm Berg halten können)  oder Besserwissern. Für mich hat Fetisch erst einmal etwas Haptisches,  etwas, was man berühren kann. Dazu kommen noch andere Sinne wie riechen  oder schmecken. Aber all das geschieht nur in der Einsamkeit oder (viel  besser) Zweisamkeit (weitere Konstellationen sind natürlich je nach  Gusto immer drin). Aber die hat man oder mag man nicht immer, manchmal  möchte man einfach nur gucken …</p>
<p><a href="http://www.edition-skylight.com/" target="_blank">„Edition Skylight“</a> hat mit „Fetish Dreams“ 37 Fotografen (darunter nicht erstaunlich nur 2  weibliche Fotografen) ein Domizil gewährt, um deren Arbeiten einem  breiten und bereiten Publikum präsentieren zu können. Herausgesprungen  ist ein dicker Wälzer mit schweren 400 Seiten in einem Format zwischen  A4 und A5 – groß genug, um mehrere Fotografien abzubilden, wo es sich  anbietet. Natürlich bestechen die ganzseitigen Einträge viel mehr,  arbeiten sie Details fürs Auge sichtbar besser heraus.</p>
<p>Die Fotografen werden durch eine kurze Vorstellung eingeführt. Das  ist ein Service, der die nachfolgenden Arbeiten großteils  aussagekräftiger macht, soweit der Fotograf auf seine Arbeitstechnik  zumindest in Stichworten eingeht. Dazu werden noch nützliche Daten wie  der Internetauftritt geliefert, die übers Fotobuch hinaus die weitere  Rezeption der Werke ermöglichen.</p>
<p>Die Werke: über 400 Fotos sind es,  schwarz-weiß und farbig, in das alles in einer sehr guten Druckqualität.  Entscheidend aber ist die bunte Mischung quer durch den Fetischgarten:  von den verschiedenen Materialien, die die ausnahmslos weiblichen  Modells zieren, bis zu den Utensilien, die sie tragen oder in die sie  eingebunden sind. Was mich besonders beeindruckt: gerade die Fotografien  hinterlassen den stärksten Eindruck, bei denen der (angenommene)  Fetisch nicht Selbstzweck ist, sondern Betonung, den Rahmen bildet. Das  Modell wirkt darin lebendiger, wie eine Einheit mit dem Fetisch (sei es  Latex oder die Metallfesselung oder anderes), und weniger als  Fremdkörper, der nur zur Betonung des beispielsweise Materials wie Gummi  hinzugestellt wird.</p>
<p>Das gelingt dem einen Fotografen besser,  dem anderen nicht ganz perfekt. Doch die Riege der Fotografen ist so  exquisit durchgemischt, das für jedes Auge etwas dabei ist. Man kann in  schönen Bildern schwelgen oder schaudern ob ihrer Obszönität oder  Direktheit. Man kann Aufnahmen bewundern, die in einem edlen Ambiente  geschaffen wurden – oder im kalten Fabrikbau. In der Geballtheit ist für  jeden Geschmack mehr als eine Fotografie dabei, auf der die Augen ein  paar Wimpernschläge lang verweilen kann, um der Phantasie genügend Raum  zum weiterspinnen zu gönnen.</p>
<p>400 Seiten sind nicht in einem Rutsch  durchgeblättert. Damit würde man die Arbeiten der Beteiligten auch nicht  genug respektieren. Einfach die Finger durch die Seiten laufen lassen,  genießen, dann das Buch wieder weglegen, um es in einer Mußestunde  erneut aufzuschlagen. Das bietet sich bei „Fetisch Dreams“ an: es ist  kein Fotobuch für den schnellen Genuss, sondern fürs sparsame Genießen.</p>
<ul>
<li> <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3037665866?ie=UTF8&amp;tag=shisewblo-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3037665866" target="_blank" rel="nofollow">Fetish Dreams</a></li>
<li>Martin Sigrist (Herausgeber)</li>
<li>Edition Skylight</li>
<li>ISBN: 978-3-03766-586-2</li>
</ul>
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		<title>Hera: Rechtsanwältin am Tage – Domina in der Nacht (Mirko J. Simoni)</title>
		<link>http://schwarzermond.eu/?p=100</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 14:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>

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		<description><![CDATA[„Tagsüber in Robe im Gerichtssaal, nachts in Lack und Leder in einem von Europas größten S/M-Studios: Hera, Jahrgang 1971, lebt in Köln, arbeitet tagsüber als Rechtsanwältin und drei Abende in der Woche als Domina.“ Bei einem Email-Kontakt lernt genau diese Rechtsanwältin und Domina den weit älteren Purius kennen, die Neugierde aufeinander wächst. Elf Tage weilt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/hera1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-35" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="hera" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/hera1.jpg" alt="" width="107" height="160" /></a>„Tagsüber in Robe im Gerichtssaal, nachts in Lack und Leder in einem von Europas größten S/M-Studios: Hera, Jahrgang 1971, lebt in Köln, arbeitet tagsüber als Rechtsanwältin und drei Abende in der Woche als Domina.“ Bei einem Email-Kontakt lernt genau diese Rechtsanwältin und Domina den weit älteren Purius kennen, die Neugierde aufeinander wächst. Elf Tage weilt Hera schließlich im herrschaftlichen Hause des Millionärs, die meiste Zeit alleine mit ihm, seiner geschäftigen Haushälterin Adele und vier Hunden. Wie die eigenwillige Begegnung zustandekam und weshalb Hera sich in das Domizil des letztlich einsamen Menschen begab, erschließt sich im Tagebuch, das von Autor Mirko J. Simoni in Form gebracht wurde.</p>
<p><span id="more-100"></span></p>
<p>Tatsächlich logiert Hera in einem exquisiten Gästetrakt, in dem alles ein wahrer Augenschmaus ist. Und nicht nur dort, denn es ist das Ansinnen des Hausherrn, sie über die genannten elf Tage hinaus in seiner Nähe zu wissen. Wie sich dies entwickelt, warum Hera letztendlich ihren Weg der Freiheit wählt, entblättert das Buch auf seinen 200 Seiten.</p>
<p>Dabei partizipieren wir auf höchst vergnügliche Weise an dem, was Purius an Domina Hera fasziniert: die Schilderung ihrer beruflichen Arbeit – weniger die anwaltliche, die mehr im Vorbeiflug wie ein lästiges Anhängsel gestreift wird, sondern vielmehr ihr Leben als Herrin in einem SM-Studio. Denn Purius’ Wissbegier ist weniger akademisch, obwohl er gebildet ist und Hera mit seinem reichen Schatz an Erfahrung und Weisheit zu beeindrucken sucht, sondern rein persönlich. In jeder Zeile ahnt der Leser, dass Purius jederzeit zum Kniefall bereit ist, sich sehnt, die Stiefel dieser Domina zu liebkosen, ihr Sklave sein will.</p>
<p>Dazu kommt es nicht. Aber wir goutieren die kleinen Geschichten, die Domina Hera im Studio widerfuhren und die sie Purius eifrig schildert, lesen von den Gerätschaften im Hause des Bonvivants und von den Bedürfnissen der Kundschaft des SM-Studios. Was bleibt nach dem Lesegenuss haften: das Bild einer Domina, die sich nicht in ein nobles Schloss drängen lässt, um als Herrin des Hauses doch die Kette der Unfreiheit zu tragen. Und wir erlangen Einblicke in die Usancen eines SM-Studios. Das alles präsentiert Simoni in einer eleganten Sprache, die trotz der umgekehrten Vorzeichen an Reages „Geschichte der O“ erinnert. Sehr eloquent geschrieben und nicht zuletzt deshalb ein gediegener Lesestoff für schwüle Abende im Kerzenlicht.</p>
<ul>
<li>Hera: Rechtsanwältin am Tage – Domina in der Nacht</li>
<li>Mirko J. Simoni</li>
<li>Verlag Schwarzkopf &amp; Schwarzkopf</li>
<li>ISBN: 978-3-89602-745-0</li>
</ul>
<p>[Ursprünglich erschien diese Rezension im Rahmen eines Interviews mit Domina Hera, das ich für das Lifestyle-Magazin „Nighttimes“ führte und das in Ausgabe 2/2008 veröffentlicht worden sein soll (Vielleicht erbarmt sich der wunderbare Runway-Verlag auf diesem Wege, mir ein Belegexemplar zuzusenden. Das Magazin ist nach meinem Kenntnisstand nicht mehr lieferbar, der Verlag hat einen Insolvenzantrag gestellt.)]</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das SM-Handbuch Spezial, Teil 1 (Herausgeber: Matthias T. J. Grimme)</title>
		<link>http://schwarzermond.eu/?p=90</link>
		<comments>http://schwarzermond.eu/?p=90#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 14:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn schon Haue verabreichen, dann aber mit dem Wissen, was man damit genau bewirkt. Und was man tunlichst unterlassen sollte, damit der Spaß nicht in Qual umschwenkt. Das hat jetzt nichts mit dem Drahtseilakt gemein, den jeder vollführt, der Streicheleinheiten mit der Peitsche verabreicht und weshalb die Nähe zur Körperverletzung juristisch immer ein drohendes Übel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/smhandbuch11.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-40" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="smhandbuch1" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/smhandbuch11.jpg" alt="" width="110" height="160" /></a>Wenn schon Haue verabreichen, dann aber mit dem Wissen, was man damit  genau bewirkt. Und was man tunlichst unterlassen sollte, damit der Spaß  nicht in Qual umschwenkt. Das hat jetzt nichts mit dem Drahtseilakt  gemein, den jeder vollführt, der Streicheleinheiten mit der Peitsche  verabreicht und weshalb die Nähe zur Körperverletzung juristisch immer  ein drohendes Übel ist, sondern mit der Fürsorgepflicht dem Partner  gegenüber. Es ist ähnlich wie bei der Kindererziehung: jeder macht es,  aber ist es gut so, wie man&#8217;s macht? Das weiß man später, und da ist es  oft genug zu spät, um sein eigenes Handeln zu korrigieren. Schlecht wäre  es nicht schlecht gewesen, hätte man ab und an gewusst, was dieses Tun  und jenes Nicht-Tun nach sich zieht. Da hilft manchmal nicht nur der  „gesunde“ Menschenverstand &#8211; zusätzliches Wissen schadet ebenso wenig.  Bei SM ist es nicht anders: wo was wie wirkt, kann und wird wichtig  sein. Das liest sich als Text stellenweise arg trocken, nimmt man dann  aber beispielsweise für die Auflösung in Kauf, weshalb diese verflixten  Arme partout nicht knalleng am Rücken anliegen wollen: die Gelenke  können das gar nicht. Das und ähnliches erfährt man spätestens hier.</p>
<p><span id="more-90"></span>Vom Körperlichen schwenken die Verfasser dann zum Psychischen,  destruktive Beziehungen ist das Thema mit Details, die grundsätzlich  sind und sich recht leicht abrufen lassen um zu sehen: stimmt etwas  nicht in meiner Beziehung. Ratschläge, wie man sich verhalten sollte,  wenn die Beziehung nicht länger tragbar ist, runden das Kapitel ab.</p>
<p>Und dieser Abschnitt läuft gleich dem Medizinmann wieder in die  Hände, diesmal mit kurzen oder ausführlichen Beiträgen zu Spielzeugen  für die Frontpartie oder fürs Hinterteil – samt deutlichen Hinweisen,  welche Vorsorge gefälligst zu treffen ist, damit Krankheiten wie  Hepatitis nicht übertragen werden.</p>
<p>Quasi ein eigenes Zimmer ist den  Klinik-Spielen reserviert. Ist auch gut so, weil die Teilnehmer die  explizit im Beitrag dargestellten Spiele vielleicht lieber unter vier  Augen erleben wollen. Oder auch nicht. Jedenfalls werden Katheder und  Einläufe und alles drumherum so gut erklärt, dass der Erstversorgung  wenig im Wege steht.</p>
<p>Nicht viel anders verhält es sich bei den  „Stromspielen“, ein heißes Thema, denn Strom und „sicher“ &#8211; lässt sich  das vereinbaren? Die beiden Autoren beschreiben, wie Elektrostimulation  sicher ausgeführt werden kann. Letztlich bleibt die Abwägung ja wie  gehabt jedem selbst überlassen.</p>
<p>Dominance &amp; Submission – ein eigenes Kapitel im Buch, und das  muss auch sein. Das Thema ist unerschöpflich, und trotzdem für viele ein  Buch mit sieben Siegeln. Gut also, wenn umfassend genug darauf  eingegangen wird, auch betont wird, dass nicht jede Sekretärin submissiv  und jede Frau in Lederhose dominant ist. D/s kann man mögen, muss man  aber nicht, auch wenn so manche es im Zuge eines Trends für opportun  halten und modern.</p>
<p>„Auf der Grenze“ folgen wir weiter, und gleich im ersten Beitrag wird  Zündstoff verteilt. In „Positionsbestimmung“ wird das SSC (safe, sane,  consensual) gleich beiseite gekehrt, um die Abkürzung RACK an ihre  Stelle zu schaufeln: Risk-aware consensual kink – also risikobewusste  einvernehmliche Perversion. „Sich der Risiken bewusst zu sein“, schreibt  der Autor, „nicht darauf, sie vollständig auszuschließen.“ Recht so,  das „safe“ vermittelt das Scheingefühl, es könne nichts passieren. Hat  was Schönes für die Außenwelt, um sie zu beruhigen nach dem Wohlklang:  „wir passen auf, da geht garantiert nichts schief.“ Wer derart  selbstgewiss ans Spielen geht, vergisst genau das, was im Beitrag  angerissen wird: das Bewusstsein, wie risikobehaftet die eine oder  andere Aktion ist oder werden kann. Gerade zu diesem Beitrag hätte ich  mir Gegenstimmen gewünscht oder auch eine tiefere Darstellung.</p>
<p>Aber gut dazu passt einer der nachfolgenden Artikel: „Mit Hängen und  Würgen“. Da wird gleich das „safe“ ad absurdum geführt, sicher ist da  für mein Verständnis wenig, mit geht mit einer gehörigen Portion Risiko  ans Seil. (Ist mir auch vom Gedanken her unglaubwürdig: Hängen und  sicher … das in &#8220;risikobewusst&#8221; einzubetten, ist ehrlicher und näher  dran am wahren Geschehen.)</p>
<p>Fast zum Abschluss fesselt uns das Team  mit „Bondage“; das lassen wir ausnahmsweise mal gerne geschehen, auch  wenn&#8217;s nur ein paar Knoten sind. Dafür sind die Tipps zur Selbstbondage  das Lesen wie so vieles wert.</p>
<p>Irgendwie sind wir durch die 290 Seiten  galoppiert, ohne alles aufgelistet zu haben. Das spricht aber nur für  die besagte Vielfalt. Auch wenn nicht jeder Themenschwerpunkt die  ungeteilte Aufmerksamkeit erwachen lässt, so sind doch gerade die  vermittelten Details das A und O des Buches: viele Hinweise und viele  Ratschläge, die hier gebündelt sind und fürs rasche Auffinden gesammelt  wurden. Das macht auch diesen Band zu einem nicht verzichtbaren Handbuch  &#8211; eben einer gelungenen Ergänzung zum „SM-Handbuch“.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/393140644X?ie=UTF8&amp;tag=shisewblo-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=393140644X" target="_blank" rel="nofollow">Das SM-Handbuch Spezial 1</a></li>
<li>Matthias T. J. Grimme (Herausgeber)</li>
<li>CHARON-Verlag</li>
<li>ISBN: 978-3-931406-44-8</li>
</ul>
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		<title>Wie Mann seine Sklavin findet. Und behält. (Gregor Sakow)</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 13:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Sakow … Sakow – der Name sagt mir doch was. Richtig, Sakow bereicherte die magere SM-Bibliothek um seine Storys und Romane mit „Scheißbulle“ Frost. Aber Gregor Sakow kann auch anders, obwohl: So sehr viel anders ist es nicht, was dort zwischen den Buchdeckeln an dunklen Geheimnissen wartet, denn Frost wird nichts davon fremd sein. Gregor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Wiemannseinesklavinfindet1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-41" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="Wiemannseinesklavinfindet" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Wiemannseinesklavinfindet1.jpg" alt="" width="111" height="160" /></a>Sakow … Sakow – der Name sagt mir doch  was. Richtig, Sakow bereicherte die magere SM-Bibliothek um seine Storys  und Romane mit „Scheißbulle“ Frost. Aber Gregor Sakow kann auch anders,  obwohl: So sehr viel anders ist es nicht, was dort zwischen den  Buchdeckeln an dunklen Geheimnissen wartet, denn Frost wird nichts davon  fremd sein.</p>
<p>Gregor Sakow bittet also uns, die  Möchtegern-Doms auf der Suche nach Erfüllung, zum Lehrgang. Das  Etablissement ist edel genug, um gleich vier Damen Schauplatz für ihre  ganz speziellen Auftritte zu sein. Manuela mit der vorlauten Schnauze,  Daniela mit dem Herzen rein wie frische Rosen, und Nora mit den  fesselnden Träumen. Ach, und Ingemarie, die resolute – na, nennen wir  sie herzhafte Barkeeperin, die der erzählende Autor gerne mit  einbeziehen möchte, an der er sich aber die Zähne ausbeißt.</p>
<p><span id="more-86"></span>10 Kapitel tischt er uns auf (der  Gedanke an die 10 Gebote bleibt beim Lesen nicht allzu fern), fein  säuberlich vor uns aufgeschichtet wie kleine Snacks von „Einladung auf  einen Drink“ bis zum „Abschied“ (okay, Kapitel 10 lautet „Anhang“, aber  so genau nehme ich das jetzt nicht). Dazwischen, auf den gut 170 Seiten,  spielt sich einiges ab. Ob es uns weiterhilft? Liegt an uns, nicht am  Erzähler. Der gibt sich alle Mühe, die ungeheuer dominant drein  guckenden … tja, grünen Jungs mit der Nase auf die Weisheiten (sprich:  Leitsätze, die quer eingemischt sind in den Text) zu stoßen. Die sind  irgendwie die Essenz der einzelnen Schritte, zum Einrahmen (sind sie in  weiser Voraussicht bereits) und nie vergessen.</p>
<p>Wichtiger aber ist: es geht gemächlich voran, wirklich Schritt für  Schritt. Und die vier Damen stehen mehr oder weniger bereitwillig dabei,  um jeden Exkurs des Erzählers um ihre Kommentare zu bereichern. Nein,  nicht nur bereichern, sondern lebendig zu machen. Eine gute Wahl, keinen  spröden Sachbuchtext zu fabrizieren, sondern den Rahmen mit Bar und  Unterhaltung zu wählen.</p>
<p>Im einzelnen begegnen uns Bemerkungen zu  den „Objekten der Begierde“ (nein, das sind nicht wir), die  „Vorbereitung der Jagd“ (da könnten wir dabei sein, wenn wir uns denn  als Jäger eignen) hin zu dem Komplex „Begegnung mit dem Wild“ &#8211; also von  der Theorie in die Praxis (vorausgesetzt, der Leser belässt es nicht  beim feigen Theoriekurs, sondern wendet sein erworbenes Wissen auch  wirklich an). Chat, Kontaktanzeigen, Telefon oder Baumarkt (nach Sakows  Erkenntnis im Grunde „der“ Treffpunkt): Kontaktaufnahme ist heutzutage  nicht nur auf einem Wege (kennt keiner mehr: Brief) möglich. Wobei Sakow  uns nonchalant beibringen will, worauf es immer ankommt: den eigenen  Stil, die Aufrichtigkeit in der Eigendarstellung.</p>
<p>Natürlich, und das weiß auch Gregor Sakow, sind alle Inhalte „seine“  Sicht, die nun niemand 1 zu 1 übertragen sollte. Trägt auch nicht zum  eigenen Stil bei, sondern nur zur billigen Kopie, der man beim ersten  Date den falschen Fuffziger aus den Augen liest.</p>
<p>Ob man das Buch „braucht“ &#8211; weshalb  nicht? Die Tipps sind nachvollziehbar und die charmante (nun ja, auf  manchmal eigenwillige Art „charmante“) Präsentation der Damen ist  glaubwürdig. Sicher, einiges reizt zum Widerspruch (seine vehemente Art,  den Dresscode abzulehnen, weil er viel lieber seinen Zwirn trägt,  unterstreicht seine Individualität, kann aber genauso in die Hose gehen  wie die allgegenwärtige Lederjeans), aber das fördert auch das  Nachdenken über seine Vorgaben.</p>
<p>Der Text selbst ist zudem sprachlich  gewandt und mit einem Augenzwinkern geschrieben, dass er auch dann seine  Pfunde ausspielt, wenn man partout nicht empfänglich ist für Ratschläge  oder den Erfahrungsaustausch: man fühlt sich wunderbar unterhalten.</p>
<p>„Wie man seine Sklavin findet. Und  behält.“ sollte man liegenlassen, wenn man überhaupt alles auf eigene  Faust machen will, weil man die Welt längst bis ins kleinste Kämmerlein  entschlüsselt hat und alles weiß. Zugreifen aber sollten diejenigen, die  den Dom in sich kultivieren möchten, etwas mehr über die Geheimnisse  der weiblichen Sehnsüchte erfahren wollen. Oder einfach sehen wollen,  wie ein Dom nach Sakows Auffassung denn am besten tickt.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3931406547?ie=UTF8&amp;tag=shisewblo-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3931406547" target="_blank" rel="nofollow">Wie Mann seine Sklavin findet. Und behält.</a></li>
<li>Gregor Sakow</li>
<li>CHARON-Verlag</li>
<li>ISBN: 978-3-931406-54-7</li>
</ul>
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		<title>Plastic Bondage (Philippe Cartier)</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 12:57:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildbände]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Nachwort von Philippe Cartier sollte man sich vor dem Goutieren des Bildbandes zu Gemüte ziehen. Der Werdegang, ganz besonders die Schlenker, die ihn abseits der Fotografie führten, bis er in späteren Jahren doch seine Passion mit mehr Hingabe betreiben konnte, ist nicht nur aufschlussreich, sondern schließt den Kreis mit einer Quintessenz, die sich durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/plasticbondage1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-38" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="plasticbondage" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/plasticbondage1.jpg" alt="" width="123" height="176" /></a>Das Nachwort von Philippe Cartier sollte  man sich vor dem Goutieren des Bildbandes zu Gemüte ziehen. Der  Werdegang, ganz besonders die Schlenker, die ihn abseits der Fotografie  führten, bis er in späteren Jahren doch seine Passion mit mehr Hingabe  betreiben konnte, ist nicht nur aufschlussreich, sondern schließt den  Kreis mit einer Quintessenz, die sich durch alle Fotografien zieht. Alle  Fesselungen, egal wie vage sie angedeutet sind oder wie explizit sie  ausgeführt wurden, wie verschlungen oder wie eindeutig sich ihre Bahnen  winden – niemals steht für Cartier etwas anderes als die Schönheit des  weiblichen Körpers im Fokus.</p>
<p>Das ist in Zeiten des Internets und  seiner Vermüllung ein Standpunkt, den er zu Recht hervorhebt. Was dort  an „Sado-Maso-Mist“ untergejubelt wird, ist nicht auf die spezielle  Weise obszön, sondern einfach nur ein Zukleistern mit möglichst  ekelhaften Bildern. Mit Leidenschaft für Fesselungen und mit der Magie,  die sie auf beide – Zuschauer und Gefesselte/Gefesselter – auszuüben  vermögen, haben solche gestellten Schnappschüsse (okay, mancher Fotograf  versteht ja sogar das, was man in seinem Falle dann aber auch  „Handwerk“ nennen muss – und eben nicht „Kunst“) nichts gemein.</p>
<p><span id="more-81"></span>Ästhetik kann auch Schmerz bedeuten, das  gezwungene Wesen in einer Situation, die zwischen Furcht und Lust reift.  Cartier schafft das in der großen Mehrzahl seiner Fotografien.  Natürlich ist der Titel Programm, Plastik ist das Mittel der Wahl. Aber  dennoch schleicht sich die eine oder andere Stahlfessel ein, und einiges  vom Fesselmaterial entwickelt sich vom Plastikband zum glänzenden Seil,  das sich zärtlich um die Rundungen legt.</p>
<p>Die Fotografien wechseln sich ab &#8211; sind Schwarz-Weiß oder farbig, in der  Mehrzahl jedoch im Studio und nicht Outdoor aufgenommen. Das gibt ihnen  natürlich etwas Künstliches, Arrangiertes – im Grunde deshalb aber  passend zum kühlen Material, das anders als Baumwollseile glänzt und gar  nicht Weichheit verströmt. Und deswegen vielleicht auf ganz eigene  Weise fasziniert &#8230;</p>
<p>Auf knapp 130 Seiten im handlichen  Format, umhüllt von einem stabilen Einband, entführt uns Philippe  Cartier in seine Träume von gefesselten Frauen. Die Schönheit der Frau  hatte er dabei im Blick – und es ist ihm gelungen, diese in bezaubernde  Fotos zu hüllen. „Plastic Bondage“ ist ein schöner Bildband zum lesen:  in den Gesichtern und von den Körpern.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3037665874?ie=UTF8&amp;tag=shisewblo-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3037665874" target="_blank" rel="nofollow">Plastic Bondage</a></li>
<li>Philippe Cartier</li>
<li>Edition Skylight</li>
<li>ISBN: 978-3-03766-587-9</li>
</ul>
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		<title>Fet-X &#8211; Ausgabe 5</title>
		<link>http://schwarzermond.eu/?p=26</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 11:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Magazine]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Team um Chefredakteur Gunter Gaudl hat für die 5. Ausgabe einen bunten Reigen prominenter und weniger prominenter Menschen eingespannt, denen eines gemeinsam ist: ihr Faible für Fetisch. Am deutlichsten wird das bei Latex Yvonne, der so weit wie möglich – also anonym – offen über seine zeitweilige Wandlung zur Gummipuppe berichtet. Das ist alleine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Fet-X51.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-32" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="Fet-X5" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Fet-X51.jpg" alt="" width="121" height="168" /></a>Das Team um Chefredakteur Gunter Gaudl hat für die 5. Ausgabe einen  bunten Reigen prominenter und weniger prominenter Menschen eingespannt,  denen eines gemeinsam ist: ihr Faible für Fetisch.</p>
<p>Am  deutlichsten wird das bei Latex Yvonne, der so weit wie möglich – also  anonym – offen über seine zeitweilige Wandlung zur Gummipuppe berichtet.  Das ist alleine deshalb aufschlussreich, weil er seine Probleme beim  Ausleben des Fetischs darlegt, die letztlich in der Scheidung von seiner  Ehefrau gipfelten. Mit Axel Tüting dagegen zeigt einer auf der »Couch«  sein Gesicht, der längst den Schritt in die Öffentlichtkeit getan hat.  Die Interviewfragen an ihn runden das Bild noch ab.</p>
<p><span id="more-26"></span>Damit die  Ausgabe nicht textlastig wird, streuen sich quer durchs Heft viele, sehr  viele Abbildungen, abwechselnd den Inhalt untermalend oder als  eigenständiges Segment, wenn es um die Vorstellung von Fotografen wie  Martin Peterdamm, C. C. Clearwater, Alexander Wehowski und Thomas Adorff  geht.</p>
<p>Nebenher werden Fetisch- und BDSM-Themen angepackt: Was ist  »Kontorsion« (wer Zlata kennt, weiß eine Antwort, sie wird im Heft aber  auch anschaulich vor Augen geführt), und wie findet man »seinen« Partner  im Internet (»Die rote Rosen Akademie« gibt gleich zwei Antworten)?</p>
<p>Abgerundet  wird die Ausgabe durch eine Kurzgeschichte, einige »nette« Werbefotos  für ein Modelabel, Berichten zu Fairs und Bällen samt Fotos. Wie gehabt  besticht Fet-X durch seine erfreulich offene Blende für die ganze Welt  des Fetisch (und BDSM).</p>
<ul>
<li>FET-X – Ausgabe 5</li>
<li>FET-X Verlag</li>
<li>ISSN: ohne</li>
<li>www.fet-x.com</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Fet-X &#8211; Ausgabe 6</title>
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		<comments>http://schwarzermond.eu/?p=24#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Apr 2011 11:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Magazine]]></category>

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		<description><![CDATA[76 Seiten „Fetisch + X“, wie die Titelseite verspricht. Und zweimonatliches Erscheinen – das lesen wir im Impressum. Die Ausgabe 6 ist mittlerweile aber ein paar Tage alt, ohne dass die Nummer 7 angekündigt werden konnte. Und das ist bedauerlich, denn Fet-X bietet genug, um mehr als nur beiläufiges Interesse zu ernten. Magazine sind ja [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Fet-X61.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-31" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="Fet-X6" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/Fet-X61.jpg" alt="" width="117" height="167" /></a>76 Seiten „Fetisch + X“, wie die Titelseite verspricht. Und  zweimonatliches Erscheinen – das lesen wir im Impressum. Die Ausgabe 6  ist mittlerweile aber ein paar Tage alt, ohne dass die Nummer 7  angekündigt werden konnte. Und das ist bedauerlich, denn Fet-X bietet  genug, um mehr als nur beiläufiges Interesse zu ernten.</p>
<p>Magazine sind ja etwas Schönes. Wenn sie  gut gemacht sind, packen sie ein Kaleidoskop von allem hinein, was sich  zum Thema anbietet. Das verschafft einen Überblick. Und beweist bei  Fetisch sehr schön, dass zwar übers Visuelle gearbeitet wird, aber das  pure Foto dann doch nicht die Quintessenz ist. Es transportiert die  Idee, den Traum. Deshalb fallen beim Durchblättern natürlich die  zahlreichen und in der großen Mehrzahl sehr augenfälligen Fotografien  auf, die Models mit mehr oder minder viel Latex auf der Haut zeigen.  „Silent View“ mit gewagteren, weil nicht dem puren Latexglanz  verhafteten Fotos sticht daraus hervor, da mischen sich Gummi und  Verstörung, wenn ich den Blick auf eines der Bilder auf Seite 7 lenke.  Und trotzdem sind sie ästhetisch, vielleicht macht es der Kontrast aus,  vielleicht auch die Reduzierung auf Schwarz-Weiß, gebrochen durch  Kontrapunkte in Form von blutroten Lippen oder feuerrotem Haarschopf …</p>
<p><span id="more-24"></span>Nicht weniger bizarr sind die Fotografien  von It&#8217;s a Gas, die ausdrücklich ohne Farbe auskommen und somit die  alten Fertigkeiten in den Vordergrund stellen, nämlich Ausdruck ohne  buntes Aufpeppen mithilfe von Photoshop zu erzielen. Über das reine  Goutieren hinaus erfährt man einiges von den Fotografen, gut für  diejenigen, denen der Fetisch viel bedeutet, die aber auch gerne etwas  vom Drumherum erfahren wollen.</p>
<p>… und damit wird man gut bedient, wenn  ich an die „Couch“ denke, auf dem Carla Berling Platz nimmt, um sich den  Fragen zu stellen, oder an Berichte wie den über das Montreal Fetish  Weekend oder Selbsterfahrungen über Keuschheit und weshalb es  faszinierend ist (umso interessanter, weil gleich noch sehr praktische  Tipps für den Einkauf und was beachtet werden sollte weitergereicht  werden.)</p>
<p>Noch mehr Inhalt steckt drin,  beispielsweise Interviews mit Fotografen und Models oder ein kurzer  Einblick zum Nylon-Fetisch (dazu hätte es gerne etwas mehr sein können),  sodass neben den Reizen fürs Auge genug geboten wird, um aus Fet-X mehr  zu machen als ein purer Augenschmaus. Deshalb auch ist Fet-X 6 ihr Geld  wert, und zwar so sehr, dass die Ausgabe 7 nicht über Gebühr lange auf  sich warten lassen sollte …</p>
<ul>
<li>FET-X – Ausgabe 6</li>
<li>FET-X Verlag</li>
<li>ISSN: ohne</li>
<li>www.fet-x.com</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Bondage Magazine &#8211; Ausgabe 1</title>
		<link>http://schwarzermond.eu/?p=20</link>
		<comments>http://schwarzermond.eu/?p=20#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 11:51:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Magazine]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://schwarzermond.eu/?p=20</guid>
		<description><![CDATA[Der Untertitel des Magazin vertreibt den Gedanken an eine Fata Morgana: „Alles rund ums Fesseln!“ &#8211; Also doch, ein Bondage-Magazin, gedruckt und nicht nur fürs Internet geschaffen. Ich halte das für ein unternehmerisches Wagnis, wo doch alles ins Virtuelle abdriftet. Und ob sich das „rechnet“, wie der nette Buchhalter von nebenan es so fein zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/bondagemagazine1.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-30" style="margin: 10px; border: 2px solid black;" title="bondagemagazine1" src="http://schwarzermond.eu/wp-content/uploads/2011/02/bondagemagazine1-114x150.jpg" alt="" width="114" height="150" /></a>Der Untertitel des Magazin vertreibt den  Gedanken an eine Fata Morgana: „Alles rund ums Fesseln!“ &#8211; Also doch,  ein Bondage-Magazin, gedruckt und nicht nur fürs Internet geschaffen.  Ich halte das für ein unternehmerisches Wagnis, wo doch alles ins  Virtuelle abdriftet. Und ob sich das „rechnet“, wie der nette Buchhalter  von nebenan es so fein zu formulieren weiß? Erst einmal ist mir das  egal, denn die Ausgabe 1 liegt auf dem Tisch, nicht mehr ganz  druckfrisch, sondern aus dem Spätherbst des vergangenen Jahres  hinübergedriftet ins neue Jahr, aber noch unverbraucht und mehr als  einen Augenblick der Aufmerksamkeit wert …</p>
<p><span id="more-20"></span></p>
<p>84 Seiten im DIN A5-Format, durchgehend  farbig, eng gesetzt und demzufolge trotz des kleineren Formats  inhaltsschwer. Im Vorwort deutet die Redaktion an, was in den weiteren  Ausgaben und überhaupt angedacht ist, womit man sich beschäftigen oder  was man weiterreichen will. Im Grunde die ganze Palette, also was  hierzulande zelebriert wird bis hin zu den amerikanischen Wurzeln und  den japanischen Meistern. Da bürdet man sich eine Menge auf, oder?</p>
<p>Ja, das schon, aber ein ausgiebiger Blick  quer über und in den Inhalt beweist: das geht schon. Liegt sicher auch  daran, dass einiges an Prominenz aufgeboten wird: künstlerisch mit  bebilderten Beispielen, von der schreibenden Zunft mit Details zu  Fesseltechniken. Das liest sich dann nicht nur für den Einsteiger mit  Erstkontakt brisant und spannend, sondern bietet auch belesenen und/oder  fesselerfahrenen Fessel-Feinschmeckern die eine oder andere neue  Inspiration.</p>
<p>… zumal mit „Berichte aus der Szene“ noch  deutlicher aus der Theorie in die Praxis geschritten wird: schön zu  lesen, wie und wo öffentliche Veranstaltungen das Auge erfreuen oder  Kurse das Metier demjenigen näher bringen, der selbst Hand anlegen will.  Zu ständigen Rubriken werden sich sicher „Bondage Modelle im Visier!“  und „Bondage &amp; Handwerk“ entwickeln: genau das will ich lesen,  umgarnt von schönen Fotografien, um der grauen Vorstellungskraft kräftig  Farbe zu verpassen.</p>
<p>Nicht fehlen dürfen Anleitungen, und  davon gibt es genügend (bemessen am Umfang des Magazins). „Widerstand  zwecklos!“: sehr nette Fesselungen, die sicher für Anfänger geeignet  sind, auch wenn die Grundtechniken vorausgesetzt werden („Die  Handgelenke werden vor dem Körper zusammengebunden.“ &#8211; gelingt nur, wenn  das Stadium bereits gemeistert wurde.) Die „Fesselschule“ dagegen  greift genau den Gedanken auf: zwei Techniken „Fadenspielfessel“ und  „Zwiespaltige Bindung“ mit Einzelfotos und Erklärungen für jeden  Schritt. Einen Vorschlag für die Seillänge, die Seilart und -dicke hätte  mir zusätzlich noch gewünscht.</p>
<p>Weitere Rubriken wie die zu Künstlern,  etwas Werbung im redaktionellen Teil, eine ganze Anzahl  Buchbesprechungen und zwei Kurzgeschichten* fügen alles zu einem guten  Ganzen, bei dem sogar das Format entschuldigt werden kann. Auch wenn  gerade die Fotografien unter der verkleinerten Darstellung leiden und  die Schriftgröße arg fitzelig ist, meckere ich da nicht drüber,  wirklich. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch der Herausgeber  lieber alles ganz toll gemacht hätte, nur: die Auflage wird es nicht  hergeben. Und deshalb: es ist gut so, wie es ist, denn ein spezielles  Bondage Magazin ist mehr, als wir bisher hierzulande hatten. Und damit  es so bleibt: kaufen. 8,90 Euro kostet das Magazin. Andere Magazine sind  billiger (ja, im wahrsten Sinne), aber dafür steht dort auch nur Mist  drin.</p>
<p>*: Wie erkenne ich, ob jemand in jungen  Jahren fesselnah anfing zu denken? Frag ihn oder sie, ob er/sie die  Szene mit Emma Peel in „Die Totengräber“, in der sie auf die Bahngleise  gefesselt wurde. Wenn die Antwort ein Nicken ist (und die Augen  strahlen), dann weißt du es. Michael Strehlau erwähnt diese Szene in  seiner Kurzgeschichte „Schwanengesang.“</p>
<ul>
<li>Bondage Magazine &#8211; Ausgabe 1</li>
<li>Bizarre Medien Verlag</li>
<li>ISSN: ohne</li>
<li>www.bondagemagazine.de</li>
</ul>
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